Aktienfonds
Wissenswertes über Aktienfonds
Vor- und Nachteile gegenüber Einzelaktien:
• Risikostreuung: Es dürfen maximal 5 – 10 Prozent Aktien eines Unternehmens in einem Aktienfonds enthalten sein. Dadurch reduziert sich das Verlustrisiko
• Bei gemanagten Aktienfonds übernimmt ein Experte die Auswahl der Aktien. Deshalb sind Aktienfonds auch für Anleger geeignet, die kein großes Börsenwissen haben
• Aktienfonds sind Sondervermögen. Auch beim Konkurs einer Fondsgesellschaft ist das Geld der Anleger nicht in Gefahr
• Man kann schon mit kleinen Beträgen Anteile an einem Aktienfonds erwerben. Würde man sich für Einzelaktien entscheiden, würde sich das wegen der hohen Transaktionskosten kaum lohnen.
Mögliche Nachteile eines Aktienfonds:
• Durch die Vielzahl der Aktien fallen die Gewinne von Aktienfonds eventuell nicht so hoch aus wie die Gewinne von Einzelaktien besonders florierender Unternehmen
• Es fallen relativ hohe Ausgabeaufschläge bei dem Erwerb von Anteilen an. Bei Aktienfonds muss man mit mindestens 5 Prozent rechnen. Bei einzelnen Aktien hingegen gibt es keine Aufschläge.
Wo kann man Aktienfonds beziehen?
Aktienfonds kann man sowohl an der Börse als auch direkt bei den Fondsgesellschaften beziehen. Auch die Banken bieten ihren Kunden an, für sie Fondsanteile zu erwerben. Allerdings lassen sie sich diesen Service sehr teuer bezahlen. Man zahlt ein Vielfaches an Depotgebühren verglichen mit dem Erwerb über eine Fondsgesellschaft. Wer möglichst niedrige Depotgebühren und Ausgabeaufschläge zahlen möchte, sich aber nicht zutraut, die Fonds über die Börse zu beziehen, sollte sich nach einem Fondsshop umsehen. Fondsshops bieten eine Menge Vorteile für den Anleger:
• Eine Ermäßigung auf den Ausgabeaufschlag von durchschnittlich 50 Prozent. Abhängig vom Anlagebetrag kann dieser eventuell sogar vollständig entfallen, was die Rendite erheblich verbessert
• Geringe Depotgebühren. Ab einem bestimmten Anlagevolumen übernehmen die Fondsshops die anfallenden Depotgebühren sogar selber, so dass man auf diese Weise viel Geld sparen kann.
• Meistens keine Kosten beim Fondstausch oder Verkauf von Aktienfonds.
Allerdings sollte man beachten, dass sich Fondsshops nur für Anleger eignen, die genau wissen, welche Aktienfonds sie haben möchten. Fondsshops bieten nämlich in der Regel keine Beratung an. Deshalb können sie die Kosten so niedrig halten.
Welche Unterschiede gibt es bei Aktienfonds?
Aktienfonds unterscheiden sich voneinander durch die Auswahl der verschiedenen Unternehmensaktien. Je nach Anlageschwerpunkt kann sich ein Fonds zum Beispiel auf ein bestimmtes Land konzentrieren oder auf eine bestimmte Branche. Boomt dieses Land oder diese Branche gerade, ist es möglich, mit solchen Aktienfonds höhere Gewinne zu erzielen als mit Fonds, die breiter gestreut sind. Geht es der Branche oder dem Land dagegen schlecht, werden solche Spezialfonds auch überdurchschnittlich viel an Wert verlieren.
Welche Aktienfonds eignen sich für die verschiedenen Anlegertypen?
Gewinnorientierte, aber vorsichtige Anleger, denen es mehr um die Sicherheit ihrer Anlage geht als um möglichst hohe Gewinne, fahren mit globalen oder europäischen Aktienfonds am besten, vor allem, wenn diese Anteile von Unternehmen aus allen Branchen beinhalten. Bei solchen Aktienfonds fallen Verluste, aber auch Gewinne in der Regel niedriger aus als bei Fonds, die sich spezialisiert haben.
Spekulative Anleger, die genau wissen, auf welches Risiko sie sich einlassen, können mit Branchen- oder Länderfonds höhere Renditen erzielen als es mit breit gestreuten Fonds möglich ist. Allerdings sind auch die möglichen Verluste entsprechend hoch.
Für konservative oder sicherheitsorientierte Anleger sind Aktienfonds nicht geeignet, da Aktien generell risikobehaftete Anlagen sind. Dieser Personenkreis sollte sich entweder nach so genannten Mischfonds oder nach den noch sichereren Rentenfonds erkundigen.
Vorteile von Aktienfonds gegenüber festverzinslichen Geldanlagen
• Aktienfonds haben in der Regel eine viel höhere Rendite als Festgeldanlagen. Legt man die letzen 10 Jahre zugrunde, so ist bei europäischen und globalen Aktienfonds mit 8 bis 9 Prozent Wertsteigerung pro Jahr zu rechnen. Bei Spezialfonds hängt die Rendite sehr stark davon ab, wie die jeweilige Branche gerade dasteht. So verbuchen im Moment zum Beispiel die Rohstoff-Fonds sehr hohe Gewinne, was aber nicht bedeuten muss, dass das auch in Zukunft so bleibt. Vor rund zehn Jahren erlebten Technologieaktien einen regelrechten Höhenflug, der aber im Jahr 2000 jäh beendet wurde. Die Technologieaktien haben ihre damaligen Verluste bis heute nicht wettmachen können.
• in großer Vorteil von Aktienfonds besteht darin, dass man die Gewinne aus ihrem Verkauf nicht versteuern muss. Allerdings wird dieser Steuervorteil 2009 abgeschafft. Dann werden die Gewinne aus Aktienverkäufen steuerlich genauso behandelt wie Gewinne aus festverzinslichen Anlagen. Wer sich also diesen Steuervorteil auch über das Jahr 2008 hinaus sichern will, sollte noch in diesem Jahr Aktienfonds kaufen. Wenn er die Anteile mindestens ein Jahr lang hält, kann er auch in Zukunft die Gewinne steuerfrei einstreichen. Ansonsten fallen bei jedem Verkauf 25 Prozent Abgeltungssteuer an. Dazu kommt noch der Solidaritätszuschlag so wie eventuell die Kirchensteuer. Insgesamt ist mit knapp 28 Prozent Steuerlast zu rechnen. da Aktien generell risikobehaftete Anlagen sind. Dieser Personenkreis sollte sich entweder nach so genannten Mischfonds oder nach den noch sichereren Rentenfonds erkundigen.
Nachteile von Aktienfonds gegenüber festverzinslichen Geldanlagen
• Auf lange Sicht sind Aktienfonds eine rentable Form der Geldanlage. Allerdings braucht man unter Umständen einen langen Atem, bis sich sinkende Kurse wieder erholen. Der empfohlene Anlagehorizont beträgt 7 bis 10 Jahre. So lange sollte man auf das in Aktienfonds investierte Vermögen warten können. Ansonsten riskiert man, dass man bei einem unvorhergesehenen Geldbedarf zu einer Zeit Anteile verkaufen muss, wo die Aktienkurse so niedrig sind, dass man dabei einen finanziellen Verlust erleidet.
• Im Gegensatz zu festverzinslichen Geldanlagen lässt sich bei Aktienfonds nicht im Voraus errechnen, wie hoch der jährliche Gewinn sein wird. Aktienfonds eignen sich daher nicht, um zum Beispiel die staatliche Rente aufzubessern. Wohl aber sind Aktienfonds sehr gut dazu geeignet, sich während der aktiven Jahre ein zusätzliches Vermögen anzulegen. Je näher der Ruhestand rückt, desto mehr Aktien muss man dann aber in festverzinsliche, also sichere Geldanlagen umschichten.
Wie sollte das Verhältnis von Aktienfonds zu festverzinslichen Geldanlagen sein?
Es gibt dafür eine einfache Faustregel, nämlich 100 minus Lebensalter. Wer zum Beispiel 30 Jahre alt ist, dürfte 70 Prozent seines Vermögens in Aktienfonds investieren und 30 Prozent in sichere Anlageformen. Ist jemand bereits 60 Jahre alt, so sollte der Aktienanteil nur noch 40 Prozent betragen. Je jünger jemand ist, desto mehr Zeit hat er auch, um die immer wieder auftretenden Börsenkrisen abzuwarten. Ältere Leute dagegen müssen mehr Geld risikolos anlegen.
Wie findet man die besten Aktienfonds?
Die Verbraucherzentralen bringen regelmäßig Sonderhefte heraus, in denen man genau nachlesen kann, wie die verschiedenen Fonds sich in den letzten Jahren geschlagen haben. Auch im Internet findet man sehr gute Vergleichsportale für Aktienfonds.