Kapitalanlagen
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Wissenswertes über Kapitalanlagen
Unter einer Kapitalanlage versteht man die Investition von Geld (dem Kapital) mit dem Ziel, Erträge zu erwirtschaften oder zumindest das Kapital zu erhalten. Dabei bieten sich verschiedene Möglichkeiten, die wiederum unterschiedliche Chancen und Risiken beinhalten.
Wo kann man Kapital anlegen?
Geld kann man bei einer Bank anlegen (häufigste Anlageform) oder auch mittels eines Maklers am Kapitalmarkt investieren (z.B. Kauf von Aktien oder Fonds). Auch ist es möglich, Geld bei einem vertrauenswürdigen privatwirtschaftlichen Geschäftspartner zu investieren (z.B. Geld für den Aufbau einer Firma, Privatkredite etc.)
Die am meisten verbreiteten Anlageformen sollen hier kurz erläutert werden:
- Spareinlagen (Formen und Unterschiede)
- Sparpläne
- Aktien- und Fondsinvestments
- Edelmetallanlagen
- Risikoreiche Geschäfte, z.B. Termingeschäfte, Optionsscheinhandel, Hebelprodukte
Spareinlagen
Wer sein Geld sicher verwahren möchte, das aber nicht gerade unter dem Kopfkissen tun will und sogar noch Zinsen kassieren möchte, der geht zur Bank oder Sparkasse. Die Geldinstitute bieten dabei unterschiedliche Möglichkeiten zur sicheren Geldanlage an. "Sicher" in diesem Zusammenhang bedeutet, dass das eingesetzte Kapital auf jeden Fall erhalten werden soll und keinerlei Verlustrisiko besteht.
Das einfachste (und von den Deutschen bisher auch am meisten genutzte) Modell sind Sparbücher. Sparbücher sind Spareinlagen mit gesetzlicher Kündigungsfrist, die es erlauben innerhalb eines Monats bis zu 2000 Euro wieder abheben zu dürfen. Diese Anlageform bietet allerdings sehr wenig Zinsrendite, im Schnitt zwischen 0,5% und 2% pro Jahr.
Man kann diese Spareinlagen auch mit anderer Kündigungsfrist bekommen (abhängig vom gewählten Geldinstitut) oder man vereinbart eine Festgeldanlage mit der Bank (z.B. 1 Jahr). Dann kann man über den gewählten Zeitraum hinweg nicht über sein Kapital verfügen, bekommt aber höhere Zinsen und kann damit mehr Rendite einfahren. Immer mehr in Mode kommen auch sog. "Tagesgeldkonten", bei denen man (meist über Online-Banking) einen Betrag anlegt und diesen quasi an jedem beliebigen Tag wieder abheben kann. Man bekommt dann anteilig genau für die Dauer des Kapitalverbleibs auf dem Tagesgeldkonto den vorher vereinbarten Zinssatz. Alle diese Anlagen haben einen gravierenden Nachteil:
Durch die große Sicherheit des angelegten Kapitals (bleibt in jedem Fall erhalten) erhält man meist Zinsen, die unter oder nur knapp über der sog. Inflationsrate liegen. Diese wird regelmäßig vom statistischen Bundesamt ermittelt und sagt aus, um wie viel % die durchschnittlichen Lebenskosten gestiegen sind.
Legt man also einen Geldbetrag beispielsweise zu 2% an und beträgt die Inflationsrate 3%, so hat man im Prinzip Kapitalwert verloren, denn trotz der erhaltenen 2% Zinsen von der Bank kann man weniger für sein Geld kaufen als im abgelaufenen Jahr.
Sparpläne
Viele Banken oder auch andere Finanzdienstleister bieten sog. Sparpläne an. Diese Sparpläne basieren auf der regelmäßigen und kontinuierlichen Einzahlung von Geldbeträgen, z.B. 50 Euro monatlich. Diese werden dann auf das eingerichtete Sparplankonto eingezahlt und dort verzinst.
Je nach Anbieter und Konditionen kann man dort trotz hoher Sicherheit oft mehr Zinsen erwarten, weil die Geldinstitute mit sicherem regelmäßigen Geldeingang rechnen können und dies - gerade bei langen Laufzeiten - oft mit Bonuszinsen o.ä. honorieren. Übrigens kann man Sparpläne auch mit anderen Anlageformen kombinieren, so gibt es z.B. auch Aktien- oder Fondssparpläne.
Aktien- und Fondsinvestments
Für eine Anlage in Aktien oder Fonds am Kapitalmarkt benötigt man einen Vermittler, was wiederum eine Bank sein kann oder auch andere sogenannte "Broker". Diese haben die Zulassung, um an der Börse im Kundenauftrag Geschäfte abzuwickeln. Dort richtet man ein "Depot" ein (was nichts anderes ist als quasi die Inventarverwaltung für alle gekauften Wertpapiere). Direkte Anlagen in bestimmte Aktien oder Fonds sollten dabei jedoch nur von Profis oder fortgeschrittenen bzw. entsprechend erfahrenen Anlegern getätigt werden, da das Risiko relativ hoch ist. Man hat am Kapitalmarkt zwar die Chance auf sehr hohe Renditen, aber auch ein großes Risiko Teile des eingesetzten Kapitals oder das gesamte Kapital zu verlieren, das wird landläufig oft als "verspekulieren" bezeichnet. Besser ist es, mit einem Anlageberater (z.B. von einer Bank) zu sprechen und sich zunächst genau über die Anlagemöglichkeiten und deren Chance-/Risikoprofil zu informieren.
Es gibt viele Produkte und es ist so gut wie für jeden Anlegertyp (Risikobereit, ausgewogenes Chance-/Risiko-Verhältnis oder sicherheitsorientiert) etwas dabei. Man sollte alle Möglichkeiten eingehend prüfen und sich anschließend in Ruhe für seine ganz persönliche Anlageform entscheiden.
Edelmetallanlagen
Das schon zuvor beschriebene Problem mit der Inflationsrate schaltet man als Anleger mit einer Anlage in Edelmetalle (wie z.B. Gold oder Silber) vollständig aus. Bei hohen Teuerungsraten bekommt man auch für sein Edelmetall mehr Geld. Allerdings schwanken Edelmetallpreise ständig, so dass auch hier ein gewisses Risiko besteht. Jedoch wird Edelmetall niemals wertlos werden und nach langer Zeit in der Regel auch eher im Wert steigen, so dass sich das Risiko in Grenzen hält. Nun kann man natürlich zu einem Münzhändler oder der Bank gehen und sich reales Gold besorgen und zu Hause verwahren - dies ist jedoch keine sehr sichere Alternative. Besser ist hier die Anlage in Wertpapiere, die Beteiligungen an Edelmetallwerten darstellen. Auch diese Wertpapiere gibt es am Kapitalmarkt, z.B. an der Börse.
Risikoreiche Geschäfte
Abschließend soll hier noch für alle extrem risikobereiten Anleger (welches die wenigsten sein dürften) kurz dargestellt werden, was es für Möglichkeiten für eine derartige Anlage gibt. Wer bereit ist sein gesamtes eingesetztes Kapital zu riskieren, möchte natürlich im Erfolgsfalle eine entsprechende Entlohnung dafür haben, also eine hohe Rendite erzielen.
Solche Geschäfte können ebenfalls an der Börse abgewickelt werden (z.B. in Form von Termingeschäften oder mit Hebelprodukten) oder im privatwirtschaftlichen Bereich stattfinden (z.B. das Investieren von vollhaftendem Kapital in eine neue Firma, was als auch Wagniskapital bezeichnet wird). Auch im privatwirtschaftlichen Bereich gibt es hierfür Gesellschaften (sog. Venture Capital Firmen) die einem Privatmann ermöglichen, sein Geld entsprechend zu platzieren.
Aktuell gibt es auch zunehmend Handelsplattformen, über die man als Kunde direkt über Internet mit Hebelpapieren (also mit relativ wenig Geld viel Marktwert bewegen, auch bezeichnet als "Margin-Trading") am Kapitalmarkt agieren kann. Hier ist es im negativsten Falle möglich, dass man sogar zu dem Verlust seines eingesetzten Kapitals noch Geld nachschießen muss. Natürlich birgt das auch hohe Gewinnchancen. Für alle diese Geschäftsformen ist es von großer Wichtigkeit, sich vorher eingehend und sorgfältig über die Bedingungen zu informieren. Bei risikoreichen Spekulationsgeschäften hat schon so mancher Haus und Hof verloren.
Fazit:
Egal wie das Kapital angelegt werden soll: Man sollte IMMER VORHER so viele Informationen wie möglich einholen und auch möglichst viele Anbieter vergleichen hinsichtlich Konditionen und Renditeerwartung. Chancen und Risiken sollten sorgfältig gegeneinander abgewogen werden. Ist das Kind erst in den Brunnen gefallen, ist es oft schon zu spät!
