Berufsunfähigkeitsversicherung
Wissenswertes über die
Berufsunfähigkeitsversicherung
Neben den gesetzlichen Versicherungen, auch Sozialversicherung genannt, in denen nur in einem sehr geringen Maß das Berufsunfähigkeitsrisiko abgedeckt werden ( Erwerbsunfähigkeit löst eine minimale Rentenzahlung aus ), gibt es den privaten Versicherungsmarkt. Dieser beschäftigt sich mit Risiken, die Sachen und/oder Personen betreffen können. Dabei gilt es zu unterscheiden, ob ein Risiko für den Einzelnen so relevant ist, dass er/sie einen Schutz benötigt.
Sehr zu beachten ist bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung auch der Kostenaspekt, - auch hier gilt, je jünger beim Eintritt in die Versicherung, desto günstiger der monatliche Beitrag, auch Prämie genannt.
Eine Berufsunfähigkeitsversicherung leistet grundsätzlich dann in Form einer monatlichen Rente, die bis zur Höhe des monatlichen Nettolohnes abgeschlossen werden kann, wenn der Versicherte auf Grund von Kräfteverfall, Verletzung oder Krankheit dauerhaft nicht mehr seinen Beruf ausüben kann. Dieser Status muss ärztlich, im Zweifelsfall auch amtsärztlich nachgewiesen werden.
Durch Krankheit oder Unfall kann man berufsunfähig werden. Interessant ist, dass Berufsunfähigkeit aus völlig anderen Aspekten entsteht, als man allgemein vermutet. Nicht Unfälle am Arbeitsplatz oder im Privatleben, sondern überwiegend Krankheiten sind die am stärksten dominierende Ursache für Berufsunfähigkeit. Die Verteilung sieht folgendermaßen aus:
- etwa 95% sind krankheitsbedingt
- etwa 5% sind unfallbedingt.
Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Verschleißerscheinungen an Wirbeln und Gelenken sind zum Beispiel häufige Ursachen. Dabei gibt es eine Reihe von berufsspezifischen Erkrankungen, die zu Berufsunfähigkeit führen. Bei Friseuren zum Beispiel Hautallergien oder zwischen 50 und 65 Jahren haltungsbedingte Rückenleiden.
Sehr schwierig ist es für den Laien zu erkennen, ob die ihm angebotene Berufsunfallversicherung für ihn gut oder schlecht ist. Die Formulierungen des Versicherungsvertrages sind oft schwer verständlich und in juristischem Deutsch gehalten. Es empfiehlt sich von daher unbedingt, sich unabhängig beraten bzw. informieren zu lassen.
Hierzu bieten sich der Internetvergleich, das Gespräch mit dem Versicherungsmakler, die Lektüre von Zeitschriften des Marktes, wie z.B. Finanztest ( Medium von Stiftung Warentest ), Morgen und Morgen (unabhängige Ratingagentur ) oder auch der Besuch der Verbrauchschutzzentralen an.
Ist man dann mit allen relevanten Informationen ausgestattet, so kann man sich in Ruhe zu Hause ein Bild von der Leistungsfähigkeit, den Preisen, den Leistungseinschränkungen, etc. machen. Die Unterschiede sind hier zwischen den Versicherern erheblich.
Viele Versicherer haben mittlerweile ihr Tarifwerk hierzu reformiert. Sie leisten häufig ab 50 % Berufsunfähigkeit, verzichten auf die abstrakte Verweisung ( in alten Tarifen musste der Versicherer nicht leisten, wenn der Versicherte eine andere seinem Lebensstatus entsprechende Arbeit noch ausüben kann, selbst wenn damit Einbußen des Einkommens verbunden sind ) und leisten die monatlich zu zahlende Rente sogar bis zum 67. Lebensjahr.
Diese Versicherungsart läßt sich auch häufig gut kombinieren mit anderen privaten Versicherungsprodukten, mit denen man sich oder seine Familie absichern kann. So läßt sich z.B. sehr gut eine Risikolebensversicherung oder eine Unfallinvaliditätsversicherung integrieren. Dies ist deshalb besonders sinnvoll, weil hier Risikodeckungslücken geschlossen werden können. Der oder die Versicherte ist auf diese Art und Weise bestmöglich abgesichert.
Besonders hervorzuheben ist natürlich, dass eine solche Versicherung immer dann eine große Rolle spielt, wenn es nur ein Einkommen im Haushalt einer Familie gibt. Viele Menschen entscheiden sich auch zum finanzierten Kauf einer Wohnung oder eines Hauses, auch hier ist es natürlich schon fast von existenzieller Bedeutung, dass ein solcher Schutz vorliegt.
Eine Alternative zur kostengünstigen und steueroptimierten Abdeckung des Berufsunfähigkeitsrisikos ist die betriebliche Altersversorgung. Speziell bei der arbeitnehmerfinanzierten Direktversicherung lassen sich natürlich hervorragend Altersrentenversorgung und Berufsunfähigkeitsschutz kombinieren.
Auch für die Riester-Produkte gilt, dass es eine Vielzahl von Versicherungsvarianten gibt, die man mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung verbinden kann. In den meisten Fällen handelt es sich um sogenannte BUZ-Versicherungen, - d.h. Berufsunfähigkeitszusatzversicherungen -, die als Bestandteil eines anderen Hauptvertrages integriert sind. Dies sind meist fondsgebundene oder Kapitallebensversicherungen.
Bevor man sich für den Abschluss einer solchen Versicherung entscheidet, sollte man einige sehr wichtige Aspekte unbedingt beachten:
-Wählen Sie eine Versicherung, die ab 50% Berufsunfähigkeit zahlt
- Wenn man einen Leistungsbeginn der Rentenzahlung vereinbart ab Eintritt der Berufsunfähigkeit, so erhält man die vereinbarte Rente ab dem ersten Tag ausbezahlt
- Die Versicherung muß bei einer zu erwartenden Berufsunfähigkeit von 6 Monaten zahlen und nicht erst in dem Fall, wenn der Arzt eine endgültige Berufsunfähigkeit diagnostiziert. Die endgültige Berufsunfähigkeit kommt in Wirklichkeit nur selten vor und wird dementsprechend selten attestiert
- Lassen Sie die Fragebögen niemals vom Verkäufer der Versicherung ausfüllen. Nur Sie selbst können die Fragen exakt und vollständig beantworten. Jede Falschangabe ist im Übrigen Versicherungsbetrug und entbindet die Versicherung von der Leistungspflicht
- Bei Unsicherheit bezüglich der Gesundheitsfragen kann man die Antragsabteilung der Versicherung an den Hausarzt verweisen und eine Auskunftsvollmacht erteilen
- Auf keinen Fall dürfen Sie die sogenannte Arztanordnungsklausel akzeptieren, weil dann die Versicherung das Recht hat, bestimmte Behandlungsmethoden vorzuschreiben
Vereinbaren Sie einen Wiedereingliederungszeitraum von 6 Monaten. Ist die Berufsunfähigkeit nur vorübergehend, zahlt die Versicherung noch ein halbes Jahr weiter, dies kann sehr wichtig sein um die berufliche Wiedereingliederung zu schaffen.
Diese Aspekte sind wesentlich und sollten unbedingt beachtet werden.
Lassen Sie sich nicht auf eine Meldefrist ein. Die Rente wird dann nicht rückwirkend, sondern erst ab dem Zeitpunkt gezahlt, an dem Sie sie beantragen.
Koppeln Sie die Berufsunfähigkeit nur dann mit einer Kapital-Lebensversicherung, wenn Sie sicherstellen können, dass die monatlichen Zahlungen immer bereit stehen. Ansonsten besteht das Risiko des Verlustes von Versicherungsschutz im BU-Bereich.
Berufliche Mobilität wird immer wichtiger. Vereinbaren Sie deshalb einen Auslandsschutz. Dann zahlt die Versicherung auch, wenn Sie zeitweise oder dauerhaft im Ausland wohnen und dort arbeiten.
Es ist aber immer darauf zu achten, dass die Leistung einer solchen Versicherung spätestens zum Ende des 67. Lebensjahres endet. Dann ist es wichtig, dass andere Versorgungsinstrumente, wie die gesetzliche Rente, die Riester-Rente, die betriebliche Versorgung oder das angesparte Vermögen ausreichen, um die monatliche Rente in gleicher Höhe sicherzustellen.
Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung wohl eher eine der wichtigen Versicherungsentscheidungen ist. Gute Vorabinformation ist erforderlich, damit man kosten- oder leistungsbezogen nicht am Ende unzufrieden ist. Die Möglichkeiten, sich zu informieren sind vielfältig, und auch die Nutzung von Suchmaschinen wie Google oder Yahoo kann einem eine Vielzahl an relevanten Entscheidungsinformationen bringen.